Ein Treppenlift kann in vielen bestehenden Häusern nachträglich eingebaut werden, ohne dass dafür das komplette Treppenhaus umgebaut werden muss. Gerade für ältere Menschen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität ist das ein wichtiger Vorteil: Das vertraute Zuhause kann häufig weiter genutzt werden, obwohl die Treppe zunehmend zum Hindernis wird.
Trotzdem bedeutet „ohne grossen Umbau“ nicht automatisch „ohne jede bauliche Veränderung“.
Eine Fahrschiene muss befestigt werden, eine geeignete Stromversorgung muss vorhanden sein und am oberen sowie unteren Ende der Treppe wird ausreichend Platz für einen sicheren Ein- und Ausstieg benötigt. Bei komplexeren Lösungen wie Plattformliften oder Hebebühnen können zusätzliche Arbeiten erforderlich werden.
Treppenlift-Kosten für Ihre Situation prüfen
Welche Kosten tatsächlich entstehen, hängt von Treppe, Liftart und Einbausituation ab. Mit wenigen Angaben können passende Fachbetriebe Ihre Situation gezielter einschätzen.
Die gute Nachricht lautet jedoch:
Für einen klassischen Sitztreppenlift muss nicht automatisch eine Wand entfernt, die Treppe ersetzt oder ein Aufzugsschacht gebaut werden.
Das macht Treppenlifte insbesondere für bestehende Einfamilienhäuser interessant.
Die Schweizer Norm SIA 500 behandelt die nachträgliche Erschliessung bestehender beziehungsweise mehrgeschossiger Wohnungen ausdrücklich. In einer von Pro Infirmis veröffentlichten Zusammenfassung wird darauf hingewiesen, dass sich Hebebühnen oder Treppenlifte bei bestehenden mehrgeschossigen Wohnungen subsidiär für die nachträgliche wohnungsinterne Erschliessung eignen können.
Wer zunächst einen allgemeinen Überblick über Liftarten und Möglichkeiten sucht, findet diesen in unserem Ratgeber Treppenlift Schweiz.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
| Frage | Kurzantwort |
|---|---|
| Kann ein Treppenlift nachträglich eingebaut werden? | In vielen bestehenden Gebäuden ja. |
| Muss die Treppe ersetzt werden? | Bei klassischen Sitzliften normalerweise nicht. |
| Wird der Lift an der Wand befestigt? | Viele Systeme werden über Stützen an beziehungsweise auf den Treppenstufen befestigt. Das konkrete System entscheidet. |
| Muss eine Wand entfernt werden? | Für einen klassischen Sitztreppenlift normalerweise nicht. |
| Funktioniert das auch bei Kurventreppen? | Ja, dafür gibt es individuell geplante Kurvenschienen. |
| Kann ein Lift wieder entfernt werden? | Grundsätzlich ja. Befestigungsspuren können zurückbleiben. |
| Funktioniert ein Treppenlift bei schmalen Treppen? | Unter Umständen ja. Die konkrete Treppe muss vermessen werden. |
| Ist immer eine Baubewilligung erforderlich? | Nein, das lässt sich aber auch nicht pauschal ausschliessen. Kanton, Gemeinde, Gebäude und Massnahme sind entscheidend. |
| Kann die IV einen Treppenlift finanzieren? | Unter bestimmten Voraussetzungen ja. |
| Sollte man vor dem Kauf mehrere Lösungen vergleichen? | Ja, insbesondere bei schwierigen baulichen Situationen. |
Was bedeutet „Treppenlift ohne grossen Umbau“ überhaupt?
Die Formulierung kann missverstanden werden.
Ein Treppenlift wird nicht einfach lose auf die Treppe gestellt.
Er muss fachgerecht montiert werden und benötigt eine Fahrschiene, Stromversorgung und definierte Ein- und Ausstiegspositionen.
„Ohne grossen Umbau“ bedeutet deshalb eher:
Die vorhandene Gebäudestruktur kann häufig weitgehend erhalten bleiben.
Im Gegensatz zum Einbau eines klassischen Personenaufzugs ist normalerweise kein kompletter Aufzugsschacht erforderlich.
Bei einem Sitztreppenlift muss häufig auch keine bestehende Geschossdecke durchbrochen werden.
Das vorhandene Treppenhaus bleibt grundsätzlich bestehen.
Typische Arbeiten beim nachträglichen Einbau
Je nach Anlage können unter anderem folgende Arbeiten notwendig sein:
- Befestigung der Fahrschiene,
- Montage von Stützen,
- Anschluss beziehungsweise Bereitstellung der Stromversorgung,
- Anpassung der Parkposition,
- kleinere Änderungen im unmittelbaren Treppenbereich,
- gegebenenfalls Versetzen störender Gegenstände.
Das ist etwas völlig anderes als ein umfassender Umbau des Hauses.
Wie wird ein Treppenlift nachträglich montiert?
Bei klassischen Sitztreppenliften verläuft eine Fahrschiene entlang der vorhandenen Treppe.
Der Sitz beziehungsweise die Antriebseinheit bewegt sich auf dieser Schiene.
Die Schiene wird bei vielen Systemen über Stützen an den Treppenstufen befestigt.
Dadurch muss nicht automatisch eine tragende Wand als Befestigungsfläche genutzt werden.
Das ist besonders interessant bei Häusern mit:
- Leichtbauwänden,
- Holzverkleidungen,
- unregelmässigen Wandflächen,
- Fenstern entlang der Treppe.
Welche Befestigung tatsächlich verwendet wird, hängt jedoch vom Hersteller, Modell und der konkreten Treppe ab.
Wird dabei die Treppe beschädigt?
„Beschädigt“ wäre zu pauschal.
Für die fachgerechte Befestigung können Bohrungen beziehungsweise Befestigungspunkte erforderlich sein.
Wird der Lift später entfernt, können deshalb Spuren zurückbleiben.
Bei einer Holztreppe können diese anders aussehen als bei einer Stein- oder Betontreppe.
Deshalb sollte man vor der Bestellung konkret fragen:
Wo wird gebohrt und welche Spuren bleiben nach einem späteren Rückbau?
Muss die Wand für einen Treppenlift geöffnet werden?
Bei einem klassischen Sitztreppenlift normalerweise nicht.
Das ist einer der wesentlichen Unterschiede zu umfangreicheren Aufzugslösungen.
Die Fahrschiene folgt der bestehenden Treppe.
Eine Wandöffnung kann nur dann zum Thema werden, wenn die konkrete Gebäudesituation oder eine gewünschte Sonderlösung dies erforderlich macht.
Für den normalen nachträglichen Sitzlifteinbau ist ein Wanddurchbruch jedoch nicht grundsätzlich Bestandteil des Systems.
Muss die Treppe verbreitert werden?
Auch das ist nicht automatisch erforderlich.
Viele bestehende Treppen können mit einem Treppenlift ausgestattet werden, ohne dass die gesamte Treppe verbreitert wird.
Entscheidend sind:
- vorhandene Breite,
- Schienenposition,
- Abmessungen des Lifts,
- Körpergrösse des Benutzers,
- Treppenverlauf,
- verbleibender Durchgang.
Gerade bei sehr engen Treppen sollte deshalb nicht mit einer pauschalen Mindestbreite gearbeitet werden.
Eine ausführliche Erklärung finden Sie in unserem Ratgeber Treppenlift für schmale Treppen in der Schweiz.
Gerade Treppe: häufig besonders einfach nachzurüsten
Eine gerade Treppe bietet häufig gute Voraussetzungen für einen nachträglichen Einbau.
Die Fahrschiene muss keinen Kurven folgen und kann entsprechend einfacher aufgebaut sein.
Das kann Vorteile bei:
- Aufmass,
- Herstellung,
- Montage,
- späterem Rückbau
haben.
Was wird bei einer geraden Treppe geprüft?
Auch hier reicht die Aussage „meine Treppe ist gerade“ nicht aus.
Relevant sind insbesondere:
- Länge,
- Breite,
- Steigung,
- Handlauf,
- Türen,
- unterer Treppenantritt,
- oberer Treppenaustritt,
- mögliche Hindernisse.
Eine gerade Treppe kann beispielsweise technisch genügend breit sein, während eine Tür direkt am unteren Ende die normale Schienenführung erschwert.
Deshalb muss immer die gesamte Situation betrachtet werden.
Kurventreppe nachträglich mit Treppenlift ausstatten
Auch eine Kurventreppe kann häufig nachgerüstet werden.
Hier wird die Schiene an den individuellen Treppenverlauf angepasst.
Das betrifft beispielsweise:
- 90-Grad-Kurven,
- 180-Grad-Kurven,
- Wendeltreppen,
- Zwischenpodeste,
- mehrere Etagen.
Der Aufwand ist höher als bei einer einfachen geraden Anlage.
Trotzdem muss deshalb nicht das gesamte Treppenhaus umgebaut werden.
Individuelle Schiene statt Treppenumbau
Das Prinzip ist wichtig:
Nicht unbedingt die Treppe wird an den Lift angepasst.
Stattdessen wird bei einem Kurvenlift die Fahrschiene an die bestehende Treppe angepasst.
Das ist einer der Gründe, warum Kurvenanlagen häufig teurer sind.
Eine individuelle Schiene muss vermessen, geplant und gefertigt werden.
Die Preisfaktoren erklären wir ausführlich unter Treppenlift Kosten Schweiz.
Treppenlift in einem bestehenden Einfamilienhaus nachrüsten
Gerade bei bestehenden Einfamilienhäusern kann ein Treppenlift interessant sein.
Ein typischer Grundriss verteilt Wohnfunktionen über mehrere Etagen:
- Wohnbereich im Erdgeschoss,
- Schlafzimmer im Obergeschoss,
- Waschküche oder Keller im Untergeschoss.
Wenn Treppen nicht mehr sicher benutzt werden können, wird dadurch ein erheblicher Teil des Hauses praktisch unzugänglich.
Ein Treppenlift kann dann ermöglichen, die bestehende Aufteilung weiter zu nutzen.
Unser ausführlicher Ratgeber dazu ist bereits online:
Treppenlift im Einfamilienhaus in der Schweiz.
Was sagt die Schweizer Planung zum nachträglichen Treppenlift?
Hier ist eine wichtige Unterscheidung notwendig.
Die Schweizer Anforderungen an hindernisfreies Bauen sollen bei neuen beziehungsweise entsprechend betroffenen Bauvorhaben Barrieren möglichst von Anfang an vermeiden.
Ein Treppenlift ist deshalb nicht generell ein Ersatz für eine von Anfang an hindernisfreie Erschliessung.
Pro Infirmis fasst die SIA 500 dahingehend zusammen, dass Niveauunterschiede bei der Erschliessung grundsätzlich stufen- und schwellenlos beziehungsweise mit Rampen oder Aufzügen überwunden werden sollen. Für bestehende mehrgeschossige Wohnungen können Hebebühnen oder Treppenlifte dagegen subsidiär zur nachträglichen wohnungsinternen Erschliessung geeignet sein.
Das ist für unseren Anwendungsfall entscheidend:
Bei einem bestehenden Haus kann ein Treppenlift gerade deshalb interessant sein, weil eine vollständige Neuplanung des Gebäudes nicht mehr möglich oder wirtschaftlich wäre.
Neubau und bestehendes Haus sind nicht dasselbe
Bei einem Neubau sollte Barrierefreiheit möglichst von Anfang an geplant werden.
Bei einem bereits seit Jahrzehnten bestehenden Haus stellt sich eine andere Frage:
Wie kann die vorhandene Gebäudestruktur sinnvoll angepasst werden?
Hier können technische Hilfsmittel eine praktische Rolle spielen.
Welche Treppenbreiten sieht SIA 500 für die spätere Anpassbarkeit vor?
Auch hier muss sauber zwischen einer Planungsvorgabe für anpassbare Wohnungen und der technischen Mindestbreite eines konkreten Treppenliftmodells unterschieden werden.
Pro Infirmis gibt in seiner Zusammenfassung der SIA 500 für wohnungsinterne Treppen an, dass der spätere Einbau eines Treppenlifts ermöglicht werden soll. Genannt werden dabei für einläufige gerade Treppen mindestens 1,00 m und für andere Treppenformen mindestens 1,10 m, alternativ kann Platz für eine Hebebühne vorgesehen werden.
Das bedeutet aber nicht, dass ein vorhandener Treppenlift in einem Altbau unterhalb dieser Breiten automatisch unmöglich wäre.
Das sind unterschiedliche Fragestellungen:
Bei der Planung eines anpassbaren Gebäudes
Hier geht es darum, bereits beim Bau genügend Raum für eine spätere Anpassung vorzusehen.
Bei einer bestehenden Treppe
Hier muss geprüft werden, welches konkrete Liftsystem technisch und sicher eingebaut werden kann.
Deshalb sollte niemand aus den SIA-Planungsmassen ableiten:
„Meine bestehende Treppe hat nur 90 cm, also kann dort niemals ein Treppenlift eingebaut werden.“
Die vorhandene Situation muss individuell beurteilt werden.
Was ist mit einer sehr schmalen Bestandstreppe?
Dann wird die Planung anspruchsvoller.
Mögliche Ansatzpunkte sind:
- besonders kompakter Sitz,
- klappbare Fussstütze,
- klappbare Armlehnen,
- geeignete Schienenführung,
- optimierte Parkposition,
- automatische Drehfunktionen.
Entscheidend bleibt jedoch die sichere Nutzung.
Ein Lift, der technisch gerade noch auf die Treppe passt, ist nicht automatisch eine gute Lösung, wenn die Person während der Fahrt mit den Knien an die gegenüberliegende Wand stösst.
Deshalb müssen Treppe und Benutzer gemeinsam betrachtet werden.
Mehr dazu: Treppenlift für schmale Treppen Schweiz.
Muss der Handlauf entfernt werden?
Nicht automatisch.
Ein vorhandener Handlauf kann bei vielen Installationen bestehen bleiben.
Bei sehr knappen Platzverhältnissen kann er jedoch die nutzbare Breite beeinflussen.
Hier sollte nicht vorschnell entschieden werden, den Handlauf einfach zu entfernen.
Er ist selbst ein wichtiges Sicherheitselement für Personen, die die Treppe weiterhin zu Fuss benutzen.
Deshalb sollte der Fachbetrieb prüfen:
- auf welcher Seite die Schiene verläuft,
- wo der Handlauf sitzt,
- wie viel Platz verbleibt,
- ob eine alternative Schienenführung möglich ist.
Was passiert, wenn unten eine Tür im Weg ist?
Das kommt in bestehenden Häusern häufig vor.
Die Treppe endet beispielsweise direkt:
- an der Haustür,
- vor einer Kellertür,
- in einem schmalen Flur,
- vor einem anderen Durchgang.
Eine starre Schiene kann dann in den Verkehrsbereich hineinragen.
Mögliche technische Lösungen
Je nach Hersteller und System können unter anderem infrage kommen:
- andere Parkposition,
- verkürzte Schienenführung,
- klappbarer Schienenabschnitt,
- automatisch bewegter Schienenbereich.
Welche Lösung sinnvoll ist, hängt von der konkreten Treppe ab.
Auch hier ist das Ziel:
Die neue Mobilitätshilfe sollte nicht gleichzeitig eine neue Stolper- oder Verkehrsbarriere erzeugen.
Wie funktioniert der obere Ausstieg ohne Umbau?
Der obere Ausstieg ist besonders wichtig.
Eine Person sollte möglichst nicht in einer unsicheren Position unmittelbar über der Treppe aufstehen müssen.
Viele Systeme ermöglichen deshalb eine Drehung des Sitzes am oberen Haltepunkt.
Dadurch kann die Person vom Treppenabgang weg aussteigen.
Bei Kurvenanlagen kann außerdem eine individuelle Schienenführung bis zu einer geeigneten Parkposition möglich sein.
Die genaue Lösung muss zum Gebäude passen.
Kann ein Treppenlift über mehrere Etagen nachgerüstet werden?
Je nach Treppenverlauf ja.
Denkbar ist beispielsweise:
Untergeschoss → Erdgeschoss → Obergeschoss.
Es kann eine durchgehende Kurvenanlage oder mehrere separate Lifte geben.
Welche Lösung besser ist, hängt unter anderem davon ab:
- wie die Treppenläufe miteinander verbunden sind,
- ob sichere Umstiegsflächen vorhanden sind,
- ob ein Rollstuhl benötigt wird,
- welche Räume erreichbar sein müssen.
Bei einem nachträglichen Einbau ist deshalb die gesamte Wegeführung wichtiger als die Betrachtung eines einzelnen Treppenlaufs.
Was ist bei einer Holztreppe?
Auch eine Holztreppe kann grundsätzlich für einen Treppenlift infrage kommen.
Entscheidend ist, ob die vorhandene Konstruktion die erforderliche Befestigung zulässt.
Eine seriöse Planung sollte berücksichtigen:
- Zustand der Treppe,
- Material,
- Befestigungspunkte,
- Alter,
- Tragfähigkeit.
Bei hochwertigen oder historischen Holztreppen kann zusätzlich die Frage wichtig sein, wie sichtbar spätere Befestigungsspuren wären.
Was ist bei Stein-, Beton- oder Metalltreppen?
Auch diese Materialien können grundsätzlich mit Treppenliftsystemen kombiniert werden.
Die Befestigung unterscheidet sich jedoch.
Deshalb sollte der Monteur bereits vor dem Einbau wissen, aus welchem Material die Treppe besteht.
Bei besonderen Konstruktionen kann eine technische Prüfung notwendig sein.
Muss für einen Treppenlift Strom neu verlegt werden?
Nicht zwangsläufig.
Viele Sitztreppenlifte verfügen über Akkus.
Diese werden über definierte Ladepunkte geladen.
Trotzdem wird eine elektrische Versorgung benötigt.
Ist am Treppenbereich keine geeignete Stromquelle vorhanden, kann eine zusätzliche Elektroinstallation erforderlich werden.
Das ist normalerweise kein vollständiger Hausumbau, sollte aber bei den Gesamtkosten berücksichtigt werden.
Vor dem Kauf klären
Fragen Sie:
- Welche Spannung beziehungsweise Versorgung wird benötigt?
- Wo befindet sich das Ladegerät?
- Muss eine Steckdose gesetzt werden?
- Sind Elektroarbeiten im Angebot enthalten?
- Funktioniert der Lift bei Stromausfall?
- Wie viele Fahrten sind dann ungefähr möglich?
Die genaue Antwort ist modellabhängig.
Treppenlift im Aussenbereich nachträglich montieren
Auch Aussentreppen können nachgerüstet werden.
Dafür wird jedoch ein System benötigt, das ausdrücklich für den Aussenbereich vorgesehen ist.
Es muss unter anderem mit:
- Regen,
- Feuchtigkeit,
- Frost,
- Schnee,
- Temperaturwechseln
zurechtkommen.
Ein Innenlift sollte nicht einfach nach draussen versetzt werden.
Bei einer Aussenanlage können zudem bauliche und bewilligungsrechtliche Fragen eher relevant werden als bei einer einfachen wohnungsinternen Installation.
Braucht man eine Baubewilligung?
Für die gesamte Schweiz lässt sich darauf keine pauschale Ja-oder-Nein-Antwort geben.
Baurechtliche Anforderungen hängen unter anderem ab von:
- Kanton,
- Gemeinde,
- Gebäude,
- Innen- oder Aussenanlage,
- Umfang der Veränderung,
- Denkmalschutz,
- Nutzung des Gebäudes.
Pro Infirmis weist darauf hin, dass für die genaue Abklärung der kantonalen Vorschriften die jeweiligen Beratungsstellen für hindernisfreies Bauen einbezogen werden können. Auch die konkrete Anpassungspflicht hängt vom Gebäude und dem jeweiligen Bauvorhaben ab.
Bei Unsicherheit sollte deshalb vor der Montage die zuständige Gemeinde beziehungsweise Baubehörde gefragt werden.
Sitzlift oder Plattformlift: Welcher benötigt weniger Umbau?
Bei einem Sitzlift kann der bauliche Aufwand häufig geringer sein.
Ein Plattformlift benötigt eine Plattform, auf der beispielsweise ein Rollstuhl transportiert wird.
Dadurch steigen:
- Platzbedarf,
- Traglast,
- Anforderungen an Ein- und Ausstieg.
Je nach Gebäude können deshalb zusätzliche Anpassungen erforderlich werden.
Trotzdem wäre es falsch, nur deshalb einen Sitzlift zu wählen, wenn der Benutzer nicht sicher vom Rollstuhl auf den Sitz wechseln kann.
Die körperliche Eignung des Benutzers steht vor dem Wunsch nach möglichst wenig Umbau.
Wann ist eine Hebebühne sinnvoller?
Bei wenigen Stufen oder einem kleineren Höhenunterschied kann eine Hebebühne die sinnvollere Lösung sein.
Das betrifft häufig:
- Hauseingänge,
- Terrassen,
- Garagenzugänge,
- kurze Aussentreppen.
Die IV-Systematik berücksichtigt neben Treppenliften ausdrücklich auch Hebebühnen und Rampen. Ziffer 14.05 HVI umfasst Hebebühnen, Treppenlifte, Rampen sowie bestimmte bauliche Hindernisse.
Bei der Auswahl sollte deshalb nicht gefragt werden:
„Wie bekommen wir unbedingt einen Treppenlift hier hinein?“
Sondern:
„Welche Lösung beseitigt diese konkrete Barriere am sinnvollsten?“
Kann die IV den nachträglichen Einbau finanzieren?
Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Invalidenversicherung relevant sein.
Treppenlifte sind ausdrücklich Bestandteil der IV-Hilfsmittelregelung.
Das aktuelle IV-Abrechnungsformular führt den Treppenlift unter Ziffer 14.05 HVI sogar als eigene Position.
Nach der entsprechenden Regelung können Hebebühnen, Treppenlifte und Rampen für Versicherte relevant sein, die ohne eine solche Hilfe ihren Aufenthaltsort nicht selbstständig verlassen können; die Abgabe erfolgt grundsätzlich leihweise.
Alle Einzelheiten finden Sie in unserem Ratgeber Treppenlift & IV in der Schweiz 2026.
Was gilt im AHV-Alter?
Hier gelten nicht einfach dieselben Regeln wie bei der IV.
Wer bereits früher eine IV-Hilfsmittelversorgung erhalten hat, kann sich außerdem in einer anderen Ausgangssituation befinden als eine Person, die erstmals im hohen Alter einen Treppenlift benötigt.
AHV, möglicher IV-Besitzstand und Ergänzungsleistungen müssen deshalb getrennt betrachtet werden.
Das haben wir ausführlich aufgearbeitet unter Treppenlift im Alter in der Schweiz.
Zahlt die Krankenkasse den Umbau?
Ein klassischer Treppenlift ist keine automatische Standardleistung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung.
Deshalb sollte nicht davon ausgegangen werden, dass eine ärztliche Empfehlung automatisch zu einer vollständigen Kostenübernahme durch die Grundversicherung führt.
Die Abgrenzung zwischen Krankenkasse, IV, AHV und weiteren Möglichkeiten finden Sie unter Zahlt die Krankenkasse einen Treppenlift in der Schweiz?.
Was kostet der nachträgliche Einbau?
Der nachträgliche Einbau ist nicht automatisch teurer als ein von Anfang an geplanter Treppenlift.
Entscheidend ist die technische Situation.
Preisrelevant sind insbesondere
- gerade oder kurvige Treppe,
- Schienenlänge,
- Anzahl der Kurven,
- Anzahl der Stockwerke,
- Liftart,
- Innen- oder Aussenbereich,
- Sonderfunktionen,
- erforderliche Elektroarbeiten,
- zusätzliche bauliche Anpassungen.
Eine gerade Standardtreppe kann vergleichsweise einfach nachgerüstet werden.
Eine enge Wendeltreppe über mehrere Stockwerke benötigt dagegen möglicherweise eine aufwendige individuelle Lösung.
Eine detaillierte Einordnung finden Sie unter Treppenlift Kosten Schweiz.
Kann eine Occasion nachträglich eingebaut werden?
Ja, grundsätzlich können gebrauchte Komponenten infrage kommen.
In der Schweiz ist dafür die Bezeichnung Occasion üblich.
Besonders bei geraden Treppen können gebrauchte Liftkomponenten interessant sein.
Bei Kurventreppen ist die Situation komplizierter.
Die Schiene wurde häufig für eine bestimmte Treppe angefertigt und kann nicht ohne Weiteres in einem anderen Haus verwendet werden.
Deshalb kann eine Occasion beispielsweise bestehen aus:
- gebrauchtem Sitz,
- gebrauchtem Antrieb,
- neuer individuell gefertigter Schiene.
Entscheidend ist der Gesamtpreis nach Anpassung und Montage.
Mehr dazu unter Treppenlift Occasion Schweiz.
Kann man einen nachträglichen Treppenlift mieten?
Auch das kann möglich sein.
Besonders bei geraden Anlagen kann ein Mietmodell interessant sein.
Bei individuellen Kurvenschienen entstehen dagegen häufig erhebliche einmalige Kosten.
Deshalb sollte eine Miete nicht nur anhand der monatlichen Rate bewertet werden.
Berücksichtigt werden müssen beispielsweise:
- Montage,
- Schiene,
- Grundgebühr,
- Mindestlaufzeit,
- Demontage.
Ausführliche Informationen: Treppenlift mieten Schweiz.
Lohnt es sich, mehrere Anbieter kommen zu lassen?
Gerade bei schwierigen Treppen: ja.
Zwei Fachbetriebe können für dieselbe Treppe unterschiedliche technische Lösungen anbieten.
Unterschiede können bestehen bei:
- Schienenführung,
- Parkposition,
- Sitzmodell,
- Platzbedarf,
- Sonderfunktionen,
- Preis.
Ein zweites Angebot kann deshalb nicht nur günstiger sein, sondern technisch besser zur Treppe passen.
Hinweise zum Vergleich finden Sie unter Treppenlift Anbieter Schweiz.
Treppenlift oder kompletter Hausumbau?
Das sollte anhand des tatsächlichen Problems entschieden werden.
Wenn lediglich eine Treppe nicht mehr sicher benutzt werden kann, kann ein Treppenlift eine relativ gezielte Massnahme sein.
Bestehen dagegen zahlreiche weitere Barrieren, können zusätzliche Anpassungen notwendig werden.
Beispiele:
- ungeeignetes Badezimmer,
- schmale Türen,
- hohe Schwellen,
- nicht erreichbare Dusche,
- schwer zugänglicher Hauseingang.
Pro Infirmis beschreibt das Konzept anpassbarer Wohnungen gerade deshalb umfassender: Neben Treppen spielen auch Durchgangsbreiten, Bewegungsflächen, Badezimmer und stufenlose Zugänge eine Rolle.
Ein Treppenlift kann einen wichtigen Teil der Barrierefreiheit lösen, aber nicht jede Barriere eines Hauses.
Beispiel: Gerade Bestandstreppe
Eine 74-jährige Person kann die Treppe zwischen Erdgeschoss und Schlafzimmer nicht mehr sicher benutzen.
Die Treppe ist gerade und ausreichend breit.
Eine Steckdose befindet sich in der Nähe.
Hier kann ein klassischer Sitzlift möglicherweise ohne umfangreiche Veränderungen des Hauses montiert werden.
Die Schiene wird entlang der Treppe geführt, der Lift montiert und die Stromversorgung eingerichtet.
Das Gebäude bleibt ansonsten weitgehend unverändert.
Beispiel: Enge Kurventreppe
Eine ältere Doppelhaushälfte besitzt eine schmale Treppe mit 180-Grad-Kurve.
Hier reicht ein gerades Standardsystem nicht.
Die Treppe muss jedoch nicht automatisch ersetzt werden.
Eine individuell geplante Kurvenschiene kann dem vorhandenen Verlauf folgen.
Ob genügend Platz vorhanden ist, muss durch ein genaues Aufmass festgestellt werden.
Beispiel: Drei Stufen am Hauseingang
Eine Rollstuhlnutzerin kann das Haus wegen drei Aussenstufen nicht selbstständig verlassen.
Hier wäre ein Sitztreppenlift möglicherweise überhaupt nicht die geeignete Lösung.
Je nach Platz und Höhe könnte eine Rampe oder Hebebühne besser passen.
Das Beispiel zeigt:
Wenig Umbau bedeutet nicht automatisch Sitzlift.
Entscheidend ist die sinnvollste Lösung für die Barriere.
Beispiel: Treppe über zwei Etagen
Ein Einfamilienhaus besitzt Schlafzimmer im Obergeschoss und Waschküche im Untergeschoss.
Die Bewohnerin benötigt beide Ebenen weiterhin.
Dann sollte geprüft werden, ob eine durchgehende Kurvenanlage oder zwei getrennte Lifte sinnvoller sind.
Unser Ratgeber Treppenlift im Einfamilienhaus in der Schweiz behandelt diese Situation ausführlicher.
Wie läuft der nachträgliche Einbau ab?
Bedarf klären
Zunächst wird festgestellt, welche Etagen beziehungsweise Barrieren überwunden werden müssen.
Liftart bestimmen
Sitzlift, Plattformlift, Hebebühne oder eine andere Lösung.
Treppe vermessen
Die gesamte Treppe einschließlich Kurven, Türen und Podesten wird aufgenommen.
Angebote vergleichen
Technische Lösung und Preis sollten gemeinsam bewertet werden.
Finanzierung prüfen
Mögliche IV- oder andere Ansprüche sollten möglichst vor einer verbindlichen Bestellung geklärt werden.
Aufmass und Produktion
Bei individuellen Anlagen werden die erforderlichen Komponenten beziehungsweise Schienen gefertigt.
Montage
Der Lift wird eingebaut und angeschlossen.
Einweisung
Der Benutzer sollte die Bedienung, Sicherheitsfunktionen und das Verhalten bei einer Störung verstehen.
Welche Fragen sollte ich dem Fachbetrieb stellen?
Vor einer Bestellung sollten mindestens folgende Punkte geklärt werden:
- Wie wird die Schiene befestigt?
- Welche Bohrungen sind notwendig?
- Muss etwas an der Treppe verändert werden?
- Kann der Handlauf bleiben?
- Wie viel Durchgangsbreite bleibt?
- Wo parkt der Lift?
- Wird eine neue Steckdose benötigt?
- Sind Elektroarbeiten im Preis enthalten?
- Was passiert bei Stromausfall?
- Wie funktioniert der obere Ausstieg?
- Welche Garantie gilt?
- Was kostet die Wartung?
- Wie schnell ist der Reparaturservice?
- Kann der Lift später entfernt werden?
- Was kostet der Rückbau?
Häufige Fehler beim nachträglichen Einbau
Nur die Treppenbreite messen
Kurven, Türen und Ein- und Ausstiegsbereiche sind genauso wichtig.
Den billigsten Lift auswählen
Ein günstiger Lift hilft wenig, wenn seine Schienenführung schlecht zum Gebäude passt.
Nur den heutigen Gesundheitszustand betrachten
Die Mobilität kann sich verändern. Die gewählte Lösung sollte möglichst auch absehbare Entwicklungen berücksichtigen.
Finanzierung erst nach der Montage prüfen
Mögliche Kostenträger sollten vorher einbezogen werden.
Den Stromanschluss vergessen
Auch ein Akkulift benötigt eine Lademöglichkeit.
Rückbau nicht besprechen
Gerade bei hochwertigen Treppen sollte vorab klar sein, welche Befestigungsspuren entstehen können.
Nur einen Anbieter befragen
Bei komplizierten Treppen können unterschiedliche Systeme sehr unterschiedliche Lösungen ermöglichen.
Checkliste: Treppenlift ohne grossen Umbau
Vor der Bestellung sollte geklärt sein:
- Welche Barriere muss überwunden werden?
- Sitzlift, Plattformlift oder Hebebühne?
- Gerade oder kurvige Treppe?
- Ist die Treppe breit genug?
- Gibt es Engstellen?
- Können Handläufe bestehen bleiben?
- Gibt es störende Türen?
- Wo befindet sich die Parkposition?
- Ist der obere Ausstieg sicher?
- Welche Befestigung wird verwendet?
- Welche Spuren bleiben beim Rückbau?
- Ist Strom vorhanden?
- Sind Bewilligungen zu prüfen?
- Welche Finanzierung kommt infrage?
- Liegen mehrere Angebote vor?
Häufige Fragen zum nachträglichen Treppenlifteinbau
Kann man einen Treppenlift nachträglich einbauen?
Ja. Viele bestehende Treppen können nachträglich mit einem Treppenlift ausgestattet werden. Ob und welches System passt, muss anhand der konkreten Treppe geprüft werden.
Muss die Wand aufgestemmt werden?
Bei einem klassischen Sitztreppenlift normalerweise nicht. Viele Systeme werden über die vorhandene Treppe beziehungsweise Stützen befestigt.
Muss die alte Treppe ersetzt werden?
Normalerweise nicht. Die Fahrschiene wird an den vorhandenen Treppenverlauf angepasst.
Kann ein Treppenlift auf einer schmalen Treppe nachgerüstet werden?
Unter Umständen ja. Entscheidend sind Treppenverlauf, Liftmodell und Benutzer. Mehr dazu unter Treppenlift für schmale Treppen Schweiz.
Kann ein Treppenlift auf einer Kurventreppe nachgerüstet werden?
Ja, sofern die technischen Voraussetzungen erfüllt sind. Dafür wird häufig eine individuelle Kurvenschiene gefertigt.
Kann man den Lift später wieder entfernen?
Grundsätzlich ja. Je nach Befestigung können sichtbare Spuren zurückbleiben.
Benötigt ein Treppenlift Strom?
Ja. Viele Systeme fahren über Akkus, benötigen aber eine elektrische Versorgung zum Laden.
Bezahlt die IV den nachträglichen Einbau?
Unter bestimmten Voraussetzungen kann die IV Treppenlifte finanzieren. Treppenlifte sind ausdrücklich unter Ziffer 14.05 HVI berücksichtigt.
Was gilt im AHV-Alter?
Hier müssen AHV, möglicher IV-Besitzstand und gegebenenfalls Ergänzungsleistungen betrachtet werden. Mehr dazu unter Treppenlift im Alter in der Schweiz.
Zahlt die Krankenkasse einen nachträglichen Treppenlift?
Ein klassischer Treppenlift ist keine automatische Standardleistung der Grundversicherung. Ausführlich: Zahlt die Krankenkasse einen Treppenlift in der Schweiz?.
Wie viel kostet der Einbau?
Das hängt vor allem von Treppenverlauf, Liftart und Sonderlösungen ab. Weitere Informationen unter Treppenlift Kosten Schweiz.
Fazit: Ein Treppenlift lässt sich häufig nachrüsten, ohne das Haus grundlegend umzubauen
Ein bestehendes Haus muss nicht automatisch umfassend umgebaut werden, nur weil Treppen nicht mehr sicher benutzt werden können.
Gerade ein klassischer Sitztreppenlift kann häufig entlang der vorhandenen Treppe installiert werden, ohne dass ein Aufzugsschacht, ein Deckendurchbruch oder eine komplett neue Treppe erforderlich wird.
Bei Kurven, engen Treppen oder mehreren Etagen wird die Planung komplexer. Auch dann kann eine individuell angepasste Schienenführung jedoch eine Alternative zu wesentlich grösseren baulichen Eingriffen sein.
Die Schweizer Planung unterscheidet dabei sinnvoll zwischen Neubauten, die möglichst von Anfang an hindernisfrei beziehungsweise anpassbar gestaltet werden sollten, und bestehenden mehrgeschossigen Wohnungen, bei denen Treppenlifte oder Hebebühnen für eine nachträgliche wohnungsinterne Erschliessung infrage kommen können.
Entscheidend ist deshalb nicht:
„Kann irgendein Treppenlift auf diese Treppe montiert werden?“
Sondern:
„Welche Lösung ermöglicht hier eine sichere, langfristig sinnvolle Nutzung mit möglichst wenig Eingriff in das bestehende Gebäude?“


